FK Hansa Wittstock 1919 e.V.    

Das Fußballjahr 2008

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"Wie die Mutter der Nation"
Thomas Keil engagiert sich als Betreuer beim Handball und Sanitäter bei Jugend trainiert für Olympia
Thomas Keil wacht über Leibchen und Team
Von Sina Brigzinsky (Quelle: RA)

Wittstock Er ist weder bei den Handballern noch bei den Veranstaltungen von Jugend trainiert für Olympia wegzudenken. Seit zwei Jahrzehnten ist Thomas Keil ein fester Bestandteil des Sports in Wittstock - hinter den Kulissen, dort wo niemand applaudiert.
Mit 26 Jahren entdeckte das Wittstocker Urgestein seine Liebe zum Sport. Auf dem Platz oder dem Feld aber wollte er selbst nie stehen. "Das hat mich nicht gereizt. Ein Betreuer-Job war da schon eher mein Ding", erklärt der mittlerweile 46-Jährige. Damals fragte er bei den Fußballern aus Wittstock an und saß fortan mit auf der Bank, sorgte dafür, dass die Spielkleidung für alle bereit lag, beim Training genügend Leibchen vorhanden waren. "Keili für alles", beschreibt er sein Aufgabenfeld. Vor fünf Jahren wollte er etwas anderes ausprobieren und wechselte zum Handball. "Ich habe mich einfach beim Training vorgestellt und angefragt, ob Hilfe gebraucht wird." Handball war für ihn "Neuland. Er ist aber lernfähig", sagt Trainer Waldemar Klawohn. Mittlerweile sitzt Thomas Keil bei den Punktspielen der Männer in

der Verbandsliga als Betreuer auf der Bank. Der Mannschaftskoffer mit dem Eisspray und den Mullbinden ist sein Ein und Alles. Wenn es zu Nasenbeinbrüchen und Prellungen kommt, steht Thomas Keil bereit. Als Teilzeit-Sargträger eines Bestattungsunternehmens muss er sich in solchen Situationen dann auch mal Sprüche wie "Alles gut Keili, kannst den Klappspaten wieder einpacken", anhören - Er nimmt es mit Humor. Vor zwei Jahren legte der Dossestädter extra eine Sanitäter-Prüfung ab, um fachgerechter helfen zu können. "Die große Nähe und die Verantwortung, mit denen er sich seiner schwer kranken Mutter widmet, sind ein Wesenszug von ihm. Die menschliche Zuwendung der Handballer ist sein Ansporn", beschreibt Klawohn das Wesen des Thomas Keil.
Sein Engagement hat sich rumgesprochen. Auch Sportkoordinator Axel Simon wurde auf den umtriebigen Frührentner aufmerksam, spannte ihn zur Unterstützung bei den Kreis- und Regionalwettbewerben von Jugend trainiert für Olympia ein. Zwei Jahre ist "Keili" nun schon dabei und für Simon nicht mehr wegzudenken. "Wir sind bei den Wettbewerben darauf angewiesen, dass uns Leute für eine wirklich geringe Entschädigung unterstützen. Es ist in hohem Maße der Enthusiasmus dieser Menschen, der uns hilft, die Veranstaltungen weiter durchzuführen. Ohne sie wären die Turniere gar nicht mehr zu stemmen." Über Thomas Keil hat er nur Positives zu berichten: "Er ist immer da, wenn man ihn braucht, ist sich nicht zu schade auch Aufgaben zu übernehmen, für die er eigentlich nicht angestellt ist." So arbeitet "Keili" mal als Kampfrichter, mal als Sanitäter oder sorgt dafür, dass die Werbe-Schilder ihren Platz in den Hallen finden. "Er fühlt sich wie die Mutter der Nation, eine hilfsbereite Seele. Der Einsatz ist wirklich hoch anzurechnen", so Simon.
Thomas Keil gehört zu Wittstock wie die St. Marien Kirche. Unter der Woche trägt er Plakate für die Handballer aus, um die Werbetrommel für Heimspiele zu rühren - alles mit dem Rad, bei Wind und Wetter.
Sein Applaus sind die frohen Gesichter bei Siegen, eine versorgte Wunde oder ein einfacher Schulterklopfer nach dem Training




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